Die Feuerwehreinsatzzentrale in Rennerod übte wie alle Feuerwehreinsatzzentralen (FEZ) im Westerwaldkreis die Lageermittlung während eines Unwetters. Foto: Florian Fries
Politik & Verwaltung

Westerwaldkreis übte für große Unwetterlagen

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Umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer, vollgelaufene Keller: Rund 150 solcher Einsätze haben die Feuerwehren im Westerwaldkreis am vergangenen Samstag abgearbeitet. Ausgerückt ist dafür kein einziges Fahrzeug. Rheinland-Pfalz hielt zum zweiten Mal einen Landesübungstag für den Brand- und Katastrophenschutz ab, und der Kreis war mit allen zehn Verbandsgemeinden dabei.

Das Szenario: Eine fiktive Kaltfront zieht mit hoher Geschwindigkeit über das ganze Land. Sie bringt Starkregen, Gewitter mit vielen Blitzen und Sturmböen, die in exponierten Lagen bis zu 120 Kilometer pro Stunde erreichen. Das Wetter war erfunden. Die Meldungen dazu liefen aber über die echten Kanäle.

Von der Einsatzstelle bis ins Lagezentrum

Gearbeitet wurde in den Feuerwehreinsatzzentralen (FEZ) und von den Führungsstaffeln der Verbandsgemeinden. Jede Meldung musste den vorgesehenen Weg nehmen: von der örtlichen Einsatzstelle zum Landkreis, weiter zu den Integrierten Leitstellen und schließlich ins Lagezentrum Bevölkerungsschutz des Landesamts für Brand- und Katastrophenschutz (LfBK). Dort sollten die vielen dezentralen Übungen zu einem gemeinsamen Lagebild für das ganze Land zusammenlaufen. So ein Lagebild wird gebraucht, wenn ein Unwetter nicht nur einen Ort trifft, sondern viele gleichzeitig.

Tornado vor wenigen Wochen

Für den Westerwald war das Übungsszenario nicht weit von der Wirklichkeit entfernt. Landrat Klaus Lütkefedder besuchte am Samstag die Technische Einsatzleitung in Selters und erinnerte an den Tornado, der vor wenigen Wochen Teile des Kreises getroffen hatte. Er erklärte, wie wichtig das Üben solcher Szenarien auch für den Westerwaldkreis sei, habe sich erst vor wenigen Wochen gezeigt, als Teile des Landkreises von einem Tornado getroffen worden seien und die an diesem Tag eingespielten Szenarien leider Realität gewesen seien.

Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Tobias Haubrich zog eine positive Bilanz. Er sagte, die Kommunikationswege und Lagedarstellungen in den einzelnen Verbandsgemeinden hätten gut funktioniert. Ganz ohne Nacharbeit geht es aber nicht: An einzelnen Stellschrauben müsse im Nachgang noch ein bisschen gedreht werden, aber genau dafür seien solche Übungen da. Es gehe nicht darum, mit dem Finger auf Fehler zu zeigen, sondern darum, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu verbessern.

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